Durchblick bei den ESG-Richtlinien: Ein umfassender Überblick

Unternehmen sind mit einer Vielzahl von ESG-Richtlinien konfrontiert, die den Umgang mit Nachhaltigkeit vorgeben. Von CSRD und ESRS über ISO-Normen bis hin zur EU-Taxonomie – die Vielfalt ist groß. In diesem Überblick zeigen wir Ihnen die wichtigsten ESG-Richtlinien, die Sie kennen sollten.

Europäische Flagge

Warum gibt es so viele ESG-Richtlinien?

Die Vielzahl an ESG-Richtlinien wie CSRD, ESRS, EU-Taxonomie und LkSG ist das Ergebnis politischer Bemühungen, nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Der politische Druck nahm mit der EU-Strategie für nachhaltiges Wachstum zu, die nachhaltige Finanzpraktiken etablieren und Investitionen in grüne Technologien lenken soll. Der Europäische Green Deal von 2019 setzte das Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen, und verstärkte die Notwendigkeit klarer und verbindlicher Richtlinien.

Die wichtigsten ESG-Richtlinien und ihre Unterschiede

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die größte europäische Reform der nicht-finanziellen Berichterstattung und ersetzt die Non-Financial Reporting Directive (NFRD). Sie schafft einen einheitlichen Rahmen für die Berichterstattung von Nachhaltigkeitsdaten und umfasst mehr als 140 Nachhaltigkeitsindikatoren (KPIs), die Unternehmen erheben und offenlegen müssen. Diese Daten müssen in den Lagebericht aufgenommen und von einem Wirtschaftsprüfer geprüft werden.

Die CSRD gilt:

ab dem Geschäftsjahr 2024 für große Unternehmen, die bereits der NFRD unterliegen
ab 2025 für andere große Unternehmen
ab 2026 für kleine und mittelgroße börsennotierte Unternehmen.

Auch nicht berichtspflichtige KMUs können indirekt von dieser ESG-Richtlinie betroffen sein, wenn sie Informationen an berichtspflichtige Geschäftspartner liefern müssen.

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Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS)

Die ESG-Richtlinie der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) definiert die genauen Anforderungen der CSRD für die Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG). Sie umfassen über 140 spezifische Indikatoren, die Unternehmen erheben und offenlegen müssen, darunter CO2-Emissionen, soziale Gerechtigkeit und Unternehmensführung.

CSRD und ESRS im Verhältnis zu anderen ESG-Richtlinien

Infografik CSRD und ESRS im Verhältnis zu anderen ESG Richtlinien

Die EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie ist ein umfassendes Klassifizierungssystem, das verbindliche Standards für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten festlegt. Diese ESG-Richtlinie definiert klare Regeln und Rahmenbedingungen, wann Unternehmen als nachhaltig oder umweltfreundlich gelten. Im Fokus stehen sechs Umweltziele:

Klimaschutz

Anpassung an den Klimawandel

Nachhaltiger Einsatz und Gebrauch von Wasser oder Meeresressourcen

Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft

Vorbeugung oder Kontrolle von Umweltverschmutzung

Schutz und Wiederherstellung von Biodiversität und Ökosystemen

Unternehmen müssen offenlegen, wie ihre Umsätze, operativen Ausgaben (OpEx) und Investitionsausgaben (CapEx) diesen Kriterien der ESG-Richtlinie entsprechen.

Die EU-Taxonomie gilt seit dem 1. Januar 2022 für große Unternehmen, die unter die NFRD fallen, für die Berichterstattung über die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Ab dem 1. Januar 2023 ist die Berichterstattung über die verbleibenden vier Umweltziele verpflichtend.

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) ist eine ESG-Richtlinie der EU und verpflichtet große Unternehmen und bestimmte KMUs, Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette zu beachten. Sie müssen Risiken identifizieren, Maßnahmen zur Prävention und Abhilfe ergreifen und darüber berichten.

CSDDD Logo

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist eine ESG-Richtlinie aus Deutschland und verpflichtet Unternehmen, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten zu erfüllen. Anhand dieser ESG-Richtlinie müssen die Unternehmen Risiken analysieren, Maßnahmen zur Prävention und Abhilfe ergreifen und regelmäßig darüber berichten.

Die ISO-Normen

ISO Logo

ISO-Normen sind internationale Standards, die Best Practices und Anforderungen in verschiedenen Bereichen festlegen. Eine wichtige Norm für Nachhaltigkeit ist die ISO 14001, die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem definiert. Sie hilft Unternehmen, ihre Umweltleistung zu verbessern, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und ökologische Ziele zu erreichen.

Diese freiwilligen Normen gelten für jede Organisation, unabhängig von Größe oder Branche, und können durch Marktanforderungen oder regulatorische Vorgaben indirekt verpflichtend werden.

Das Greenhouse Gas Protocol (GHG)

Das Greenhouse Gas (GHG) Protocol ist der weltweit am häufigsten verwendete Standard zur Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Diese ESG-Richtlinie bietet umfassende Leitlinien für Unternehmen und Organisationen zur Erstellung einer vollständigen und genauen Treibhausgasbilanz, die direkte (Scope 1) und indirekte Emissionen (Scope 2 und 3) umfasst.

Infografik GHG Protokoll

Abb.: Übersicht über die verschiedenen Kategorien der CO2-Emissionen gemäß GHG Protokoll über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet.

Die Global Reporting Initiative (GRI)

Die Global Reporting Initiative (GRI) Standards sind weltweit anerkannte Leitlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie bieten einen einheitlichen Rahmen für Unternehmen, um ihre ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen zu messen und offenzulegen. Die GRI Standards sind modular aufgebaut und umfassen allgemeine Berichtsstandards (GRI 101, 102, 103) sowie themenspezifische Standards (GRI 200, 300, 400), die detaillierte Anforderungen für verschiedene Nachhaltigkeitsthemen definieren.

Die besten Ratgeber zu den ESG-Richtlinien

Vorschaubild Ratgeber zur Umsetzung der ESRS

How-to: ESRS-Standards leicht gemacht

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Vorschaubild Infosheet CSRD

Infosheet: Kompaktes Wissen zur CSRD

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Anleitung zur Reportingrichtlinie CSRD

How-to: CSRD inklusive doppelter Wesentlichkeit

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FAQ zu allen relevanten ESG-Richtlinien

Was ist eine ESG-Richtlinie?

Eine ESG-Richtlinie ist ein Rahmenwerk oder eine Vorschrift, die Unternehmen dabei hilft, ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken zu messen, zu berichten und zu verbessern. Sie zielt darauf ab, nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften zu fördern.

Was sind die wichtigsten ESG-Richtlinien?

Die wichtigsten ESG-Richtlinien umfassen die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die EU-Taxonomie, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das GHG Protocol und die GRI Standards.

Welche ESG-Richtlinien sind aus Deutschland, welche ESG-Richtlinien gelten in der EU?

Als ESG-Richtlinie in Deutschland gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Zentrale ESG-Richtlinien der EU sind die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und die EU-Taxonomie. Diese Richtlinien setzen Standards für nachhaltiges Wirtschaften und verpflichten Unternehmen zur Einhaltung und Berichterstattung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken.

Sind alle ESG-Richtlinien für mein Unternehmen verpflichtend?

Nicht alle ESG-Richtlinien sind für jedes Unternehmen verpflichtend. Die Verpflichtung hängt von Faktoren wie der Größe des Unternehmens, seiner Branche und seinem geografischen Standort ab. Einige Richtlinien wie die CSRD und LkSG gelten für bestimmte große Unternehmen, während andere freiwillig sind, aber durch Marktanforderungen indirekt verpflichtend werden können.

Was ist die ESG-Verordnung?

Die ESG-Verordnung ist kein spezifischer Begriff, sondern bezieht sich allgemein auf verschiedene regulatorische Rahmenwerke und Standards, die ESG-Praktiken und Berichterstattungen betreffen, wie die CSRD, ESRS und die EU-Taxonomie.

Wann ist ein Unternehmen ESG-konform?

Ein Unternehmen ist ESG-konform, wenn es die relevanten ESG-Richtlinien und -Standards einhält, einschließlich der Offenlegung seiner Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken, der Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben und der Umsetzung nachhaltiger Geschäftsstrategien.