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Klimapositiv

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft - Wie die CSRD Unternehmen zukunftsweisend verändern wird

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft - Wie die CSRD Unternehmen zukunftsweisend verändern wird. Die Grundlagen des CSR und ESG Reportings änder sich grundlegend und werden zur Pflicht.
Elena Welsch
December 3, 2022
Blog
Klimapositiv

Mit der Einführung der EU-weiten Berichtspflicht über das Nachhaltigkeitsengagement von Unternehmen werden ab dem Jahr 2024 ca. 50.000 Großunternehmen zur Offenlegung ihrer Unternehmenstätigkeit verpflichtet. Der Slogan “Tue Gutes und rede darüber” gilt somit nicht mehr nur für einzelne Unternehmen, die ihr Image grüner gestalten wollen, sondern weitet sich auf einen Großteil aller in der EU ansässigen Großkonzerne aus.

Doch was heißt CSRD und was bedeutet es für Unternehmen? 

Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet die EU große Unternehmen zur regelmäßigen Veröffentlichung ihrer Unternehmensstrategie. Aktuell ist die Richtlinie noch ein Vorschlag des EU-Parlaments, soll jedoch bald die Regelung zur nichtfinanziellen Berichterstattung (NFRD) ersetzen. 

Ziel der Richtlinie ist, die Klima- und Nachhaltigkeitsberichterstattung transparent und vergleichbar zu machen. Hinzu kommt die neue Perspektive für die Interessensgruppen, denen eine Bewertung des Unternehmens mit Blick auf die Risiken für Klima und Umwelt erleichtert wird. Für Unternehmen bedeutet das die Entwicklung eines verantwortungsvollen Geschäftsansatzes, die jährliche Verbesserung des Impacts sowie die Einhaltung eigener Vorsätze.

Welche Unternehmen sind betroffen?

Die neue Regelung bezieht sich auf Großunternehmen, die an der Börse notiert sind, einen Sitz in einem EU-Mitgliedstaat haben oder dem EU-Recht unterliegen. Auch internationale Unternehmen, die in Europa tätig sind oder hier Wertpapiere halten, fallen unter die Verordnung. Neben diesen Kriterien müssen die Unternehmen mindestens zwei der folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Einen Umsatz von über 40 Millionen Euro netto
  • Eine Bilanzsumme von über 20 Millionen Euro
  • 250 oder mehr Beschäftigte

Berichtspflicht für CSRD startet für das kommende Jahr 2023

Der erste CSRD-Geschäftsbericht ist für das Jahr 2024 angesetzt und umfasst das vorherige Geschäftsjahr 2023. Die Anforderung der Berichterstattung sind somit bereits ab dem Jahr 2023 obligatorisch.

Kleine und mittelständische Unternehmen werden erst im Jahr 2026 direkt betroffen sein, die Berichtspflicht der großen Unternehmen wird jedoch auch sie vorzeitig zum Handeln bringen und somit indirekt in den Vorjahren betreffen. Auf diese Weise wirkt sich die neue Richtlinie über Umwege auf fast alle Unternehmen aus.

Inhalte der CSRD Nachhaltigkeitsberichterstattung

Großunternehmen sind verpflichtet über Umweltziele, gesellschaftliche Aspekte sowie Governance-Aspekten berichten. Dabei orientieren sich die Kriterien stark an den internationalen ESG-Standards sowie der Arbeit der Global Reporting Initiative (GRI). Eine vollständige Liste der Kriterien wird aktuell von der EU Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) erarbeitet, der Vorschlag für diese Standards ist bereits veröffentlicht. 

Zwei konzeptionelle Hauptlinien von CSRD

Nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit müssen die Unternehmen aufzeigen, wie die Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf der einen Seite die eigene Leistung, Position und Entwicklung des Unternehmens beeinflussen. Auf der anderen Seite müssen die Auswirkungen auf die Gesellschaft, Stakeholder und die Umwelt berücksichtigt werden. Es müssen somit alle umweltbezogenen Maßnahmen, die das Unternehmen betreffen oder beeinflussen (Treibhausgasemissionen, Energieeffizient, Ökologischer Fußabdruck usw.), soziale Aspekte und der Ansatz zur Unternehmensethik sowie alle Themen, die sich auf die finanzielle Gesundheit und betriebliche Leistung des Unternehmens auswirken, offengelegt werden.

Die zweite Hauptlinie bezieht sich auf die Qualität der Informationen. Hier muss sichergestellt werden, dass die Nachhaltigkeitsinformationen von hoher Qualität sind (Vergleichbarkeit, Überprüfbarkeit usw.) sowie Standards für die allgemeine Berichterstattung und wichtige Unternehmen abgebildet werden. Hier sieht die Richtlinie eine Bewertung durch ein internes Managementsystem als auch durch eine externe Prüfung vor. 

Das zweite Set an Standards wird Mitte 2023 veröffentlicht werden und ist für das Berichtsjahr 2024 erforderlich. Diese werden sich auf zukunftsorientierte Kennzahlen, die Integration finanzieller und nichtfinanzieller Berichterstattung sowie die Genauigkeit der Daten beziehen.

Startjahr 2022

Zu Beginn sollte sich jedes Unternehmen klar werden, wo es sich aktuell im Bereich des Nachhaltigkeitsengagements befindet und welche ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen stattfinden. Welche klimabezogenen Daten und ESG-Informationen werden bereits gesammelt, welche Systeme zur Standardisierung genutzt? Die CRSD wird für die gesamte Strategie des Unternehmens von zentraler Bedeutung sein, punktuelle Maßnahmen sind nicht mehr ausreichend und Unternehmen werden sich zukünftig mit Wettbewerbern auf diesen drei Ebenen messen müssen. 

Wo also anfangen?

Mit Planted geben wir einen Maßnahmenkatalog mit an die Hand, mit dem Unternehmen ihre Emissionen eigenständig reduzieren können. In Zukunft bieten wir hierfür auch eine Software an, die es Unternehmen ermöglichen wird, geeignete Maßnahmen zu finden, den eigenen Standpunkt zu messen, die Umsetzung zu tracken und den erreichten Impact aufzuzeigen. Starten können Unternehmen auch mit unserer Checkliste, die zehn Empfehlungen aufweist, mit denen ganz einfach mehr Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann.

Mit der CSRD wird vor allem die Berichterstattung über Treibhausgase relevant. Hierfür sollte ein jedes Unternehmen die Treibhausgasdaten (die Scope 1-, 2- und 3-Emissionen) messen. Dabei unterstützen wir bei Planted mit internem TÜV-Spezialist und berechnen die CO₂-Bilanz. Neben der Messung der Emissionen stellen wir ihr komplettes Unternehmen sowie ihre Mitarbeiter*innen darüber hinaus klimapositiv und helfen aktiv bei der Reduktion. Hier fokussieren wir uns nicht nur auf die Kompensation, durch die globalen Klimaschutzprojekte des höchsten Standards sowie die SDGs der Vereinten Nationen unterstützt werden, sondern pflanzen darüber hinaus Bäume in Deutschland. 

Neben den Treibhausgasen werden in der Berichtspflicht alle Arten von Umweltauswirkungen relevant. Auch hier leisten wir durch die Reduktion der Emissionen zu den geforderten Maßnahmen “Abschwächung des Klimawandels”, “Anpassung an den Klimawandel” sowie die “Biologische Vielfalt und Ökosysteme” einen Beitrag, indem die Klimaschutzprojekte unterstützt werden und regional aufgeforstet wird. Dadurch tragen die Unternehmen zu einer ganzheitlichen Lösung bei, die regional und global aktiv ist und leisten so einen großen Beitrag zum aktiven Umweltschutz und der Senkung der Emissionen.

CSRD ist mehr als ein Anfang

Mit der neuen Berichtspflicht wird das Thema Nachhaltigkeit zu einem unerlässlichen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Soziale und ökologische Handlungen werden Pflicht und die CSRD erschwert die Nutzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen als reines Greenwashing. Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit ist längst kein Sahnehäubchen mehr, mit dem sich Unternehmen ihren Ruf grün waschen können: Die CSRD-Richtlinie veranlasst Unternehmen, Nachhaltigkeit grundsätzlich in ihr Geschäftsmodell zu integrieren und auch der Unternehmenserfolg wird in Zukunft von der Umsetzung der Richtlinie abhängig sein. Und das ist auch richtig so, denn unser alle Wohlergehen hängt an den Handlungen aller, um die schlimmsten Ausmaße des Klimawandels zu stoppen. Noch haben wir die Zeit.