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Wie CFOs Nachhaltigkeit für den Unternehmenserfolg nutzen können

Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) müssen 49.000 Unternehmen in der EU ab 2025 rückwirkend über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten 2024 berichten. Ziel der Richtlinie ist es, die Nachhaltigkeitsberichterstattung auf eine Stufe mit der Finanzberichterstattung zu stellen. Diese liegt auf dem Tisch des Chief Financial Officers (CFO), der mehr und mehr auch Teil der nicht-finanziellen Berichterstattung wird.

Die Entwicklung des CFOs im Bereich Nachhaltigkeit

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Rolle des CFOs erheblich weiterentwickelt. Während sich CFOs früher hauptsächlich mit Bilanzen und Gewinnen beschäftigten, sind CFOs von heute Visionäre, die sich mit der strategischen Entscheidungsfindung im Einklang mit den ESG-Kriterien (Environmental, Social and Corporate Governance) befassen und Nachhaltigkeit in das Unternehmenswachstum integrieren. 

Die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit durch politische Regularien als auch der Druck der Öffentlichkeit führen dazu, dass CFOs einen nachhaltig orientierten Ansatz bei Entscheidungen verfolgen müssen. Um eine starke finanzielle Leistung zu ermöglichen, müssen wissenschaftlich fundierte Informationen zur Nachhaltigkeit in ihre Entscheidungen einbezogen werden. Die heutigen CFOs arbeiten dabei eng mit den Chief Executive Officers (CEOs), Chief Sustainability Officers (CSOs) und den Vorstandsmitgliedern zusammen, um ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. 

EU-Reportingstandards verpflichtet CFOs zum nachhaltigen Handeln

Historisch gesehen war die Position eines CFOs durch einen Fokus auf die Messung, Verwaltung und Berichterstattung von finanziellen Werten definiert, während CFOs heute breitere Verantwortlichkeiten übernehmen, die direkt mit den Nachhaltigkeits- und ESG-Zielen des Unternehmens zusammenhängen. Ein Grund dafür sind die kommenden EU-Vorschriften zur Berichtspflicht, wie die CSRD, die finanzielle Strafen bei Nichteinhaltung zur Folge haben. Daher gilt, dass CFOs die Führung in Fragen der Nachhaltigkeit und ESG-Ziele übernehmen und dass Unternehmen letztendlich durch die Finanzierung finanzieller Risiken sowie die Schaffung eines langfristigen Werts zukunftssicher machen.

Investoren fordern nachhaltiges Handeln von Unternehmen

Nicht nur die Pflicht zur Berichterstattung, auch die Präferenzen und Werte der Investoren richten sich auf Nachhaltigkeit aus ¹. 65 Prozent der Investoren gehen davon aus, dass ESG in den nächsten Jahren eine Standardpraxis wird ². 

ESG wirkt auf Unternehmensfinanzierung

Gleiches gilt für die Kreditvergabe, denn trotz steigender Kosten und Finanzierungshürden rückt das Thema Nachhaltigkeit bei den Banken in den Fokus ³. Je schlechter das ESG-Rating, desto teurer wird der Kredit. Eine Studie von Deloitte zeigt, dass 58 Prozent der Kreditmanager mittelfristig und 59 Prozent langfristig mit der Zunahme des Kreditvergabevolumens aufgrund der Relevanz von ESG-Kriterien rechnen ³. Firmen, die ESG-Kriterien nicht berücksichtigen, werden von sehr hohen Kapitalkosten betroffen sein und werden sich ihr Geschäft zukünftig nicht mehr leisten können ².

Um Vertrauen bei internen und externen Stakeholdern einzuholen, müssen CFOs die umfangreichen Fähigkeiten der Finanzfunktion nutzen. Durch die Nutzung verschiedener finanzieller Instrumente, sei es die Prognose, die Budgetierung oder die Mittelallokation, können CFOs einen grundlegenden Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitsfaktoren legen. So kann sichergestellt werden, dass die Faktoren bei allen unternehmensbezogenen Entscheidungen zur Wertschaffung im Vordergrund stehen. 

Nachhaltige Unternehmen profitieren von Wettbewerbsvorteilen

ESG wird damit zu einem wesentlichen Teil der langfristigen Strategie von Unternehmen und sorgt für Vorteile: Firmen, die sich engagieren, profitieren von einer gesteigerten Mitarbeitermotivation, einem verbesserten Image, sinkenden Kosten und einer besseren Wettbewerbsposition ³.

Wie kann der CFO der neuen Rolle gerecht werden?

  1. Nicht nur der CFO, sondern auch jeder Mitarbeitende eines Unternehmen sollte mit dem erforderlichen Wissen ausgestattet werden, um den entwickelnden Anforderungen der Nachhaltigkeit gerecht zu werden
  2. Nachhaltigkeit muss ganzheitlich in jeden Aspekt und Bereich eines Unternehmens integriert werden. Eine effektive Strategie erfordert eine Abstimmung im gesamten Unternehmen.
  3. Um sicherzustellen, dass der Übergang zu einer Nachhaltigkeitsstrategie so einfach und effizient wie möglich verläuft, sollte Technologie genutzt werden. Die All-in-One Nachhaltigkeitsplattform von Planted bietet eine mögliche Lösung, mit der die CO₂-Bilanz TÜV-zertifiziert berechnet werden und die automatisierte Datenkontrolle gelingen kann. So können Wirtschaftsprüfer durch die verlässliche Prüfung Dritter einfach nachvollziehen, dass Daten korrekt erhoben wurden.

CSO und CFO - Wo ist der Unterschied?

Bei Unternehmen, die einen Chief Sustainability Officer (CSO) haben, liegt die Berechnung, Analyse, Verwaltung und Berichterstattung über Nachhaltigkeit oft in dessen Verantwortung. Seine Aufgabe ist es, die Nachhaltigkeitsvision des Unternehmens zu definieren. Die CFOs hingegen setzen diese Vision in finanziell messbare Ziele um. Die Zusammenarbeit der Positionen ist damit essentiell, um sowohl finanzielle als auch nachhaltige Unternehmensziele zu erreichen. Verfügt ein Unternehmen über keinen CSO, liegt die Verantwortung für Nachhaltigkeit oft bei einer Person weiter unterhalb der C-Ebene, ohne direkten Kontakt zum Vorstand. Hier kommt dann der CFO ins Spiel, der aufgrund seines Einflusses auf wichtige Geschäftsentscheidungen und der direkten Beteiligung an wichtigen Stakeholdern sicherstellen muss, dass ein Unternehmen seine Klimaziele erreicht.

Risikomanagement und Wertsteigerung gehen mit Klimaschutz einher

Das Zeitalter, in dem CFOs lediglich als Finanzverantwortliche gesehen wurden, ist damit vorbei. In der heutigen Geschäftswelt, in der CSRD, ESG und CO₂-Bilanz an Bedeutung gewinnen, sind CFOs entscheidend für die Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien, die sowohl den Planeten als auch die interne Bilanz schützen. Es geht nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um Risikomanagement und Wertsteigerung.

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Quellen:

¹ Investoren sehen Thema Nachhaltigkeit als künftige Priorität für Unternehmen - EXIST - Existenzgründungen aus der Wissenschaft

² „Wenn Unternehmen die ESG-Kriterien nicht berücksichtigen, werden sie sich ihr Geschäft nicht mehr leisten können“ - EQS Group

³ An neue Firmenkredite sind viele Bedingungen geknüpft | springerprofessional.de

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