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Das kostet der Klimawandel die Wirtschaft

Bis 2050 könnte der Klimawandel Deutschland im schlimmsten Fall bis zu 900 Milliarden Euro kosten. Das ergibt eine Studie, die das Bundesministerium für Umwelt, Wirtschaft und Klimaschutz Anfang 2023 fachlich begleitet hat. Im günstigsten Fall liegen die Kosten bei 280 Milliarden Euro. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Todesfälle durch Überschwemmungen und Hitze, der Verlust der Artenvielfalt, eine schlechtere Lebensqualität und die Belastung von Ökosystemen sind jedoch nicht eingerechnet ¹.

Für die zurückliegenden Jahre 2000 bis 2021 haben Forscherinnen und Forscher eine Kostensumme von mindestens 145 Milliarden Euro ermittelt, davon allein 80 Milliarden seit 2018. Über die Hälfte der erfassten Klimaschäden sind allein in den letzten fünf Jahren entstanden. Die Flutkatastrophe im Ahrtal macht mit 40 Milliarden Euro einen wichtigen Anteil aus ¹. Studien zeigen, dass sich die Anzahl der Extremwetterereignisse wie Stürme, Dürren, Überflutungen oder Brände seit den Anfängen der 1990er Jahre verdoppelt hat ². Das hat auch einen Einfluss auf die Wirtschaft, die sich an die wandelnden Wetterbedingungen anpassen muss.

Die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise

Zum einen drohen direkte Schäden als unmittelbare Folge durch Extremwetterereignisse, wie zum Beispiel die Zerstörung von Infrastruktur durch Überflutungen. Zum anderen entstehen indirekte Klimaschäden mit Auswirkungen auf die Lieferketten, wie beispielsweise die verzögerte Herstellung oder Lieferung eines KFZ-Teils aufgrund eines Wasserschadens. Unternehmen können somit direkt an ihrem Standort von den Folgen der Klimakrise betroffen sein oder auch indirekt über ihre Lieferkette in entfernten Regionen. Hinzu kommen Faktoren wie das Artensterben oder Fluchtbewegungen im globalen Süden, deren Auswirkungen auf die Ökonomie aktuell noch nicht umrechenbar sind ³.

Gemäß der Analyse der privaten, in den USA sitzenden Organisation “Nationalen Büro für Wirtschaftsforschung” würde die durchschnittliche Zunahme der globalen Temperatur um 0,04 Grad Celsius pro Jahr das globale BIP bis 2100 um 7,22 Prozent reduzieren - sollten keine Gegenmaßnahmen erfolgen. Halten sich die Länder an das Pariser Klimaabkommen, würde der Temperaturanstieg jährlich auf 0,01 Grad Celsius reduziert werden und das BIP damit auf 1,07 Prozent Verlust machen ⁴.

15 Prozent der Unternehmen schon heute vom Klimawandel betroffen

Wie stark Unternehmen die Folgen der Klimakrise spüren, zeigt eine repräsentative Befragung der staatlichen Förderbank KfW. Aktuell sehen sich 15 Prozent der Unternehmen vom Klimawandel betroffen, von den großen Unternehmen sogar 44 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser großen Unternehmen ergreift bereits entsprechende Maßnahmen. Rund ein Viertel der befragten Firmen geht davon aus, in Zukunft von Klimafolgen beeinträchtigt zu sein ⁵. 

Vor allem Unternehmen in Branchen des verarbeitenden Gewerbes, der Landwirtschaft und des Bauwesens werden belastet sein. Aber auch Dienstleistungsunternehmen, die durch Ertragsverluste in der Landwirtschaft, zunehmende Produktionskosten in der Industrie und damit Preissteigerungen der Vorlierungskosten konfrontiert werden. Handwerks-, Ingenieurs- und Architekturleistungen könnten wiederum von Wiederaufbaumaßnahmen oder grünen Anpassungen von Gebäuden profitieren  ³.

Investitionen von rund 120 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich

Das Klimabarometer der KfW zeigt auf, dass Unternehmen im Jahr 2022 rund 72,2 Milliarden Euro für den Klimaschutz ausgegeben haben - inflationsbedingt rund 18 Prozent mehr als 2021. Zu den häufigsten Investitionen zählen dabei neben einer gesteigerten Energieeffizienz der Gebäude eine klimafreundliche Mobilität sowie die Stromerzeugung und -speicherung aus erneuerbaren Energien. Laut Schätzungen der KfW seien jedoch Investitionen der Privatwirtschaft von rund 120 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich ⁶.

Wie sehr schadet Klimaschutz dem Wirtschaftswachstum?

Inwiefern Klimaschutz und Wirtschaftswachstum Hand in Hand gehen können, umfasst mehrere Faktoren. Es gibt Befürchtungen, dass einige Arbeitsplätze zumindest kurzfristig in einzelnen Wirtschaftssektoren verloren gehen und nicht genug neue geschaffen werden. Ein Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt jedoch auf, dass zwischen den unterschiedlichen Sektoren unterschieden werden muss. Mit Arbeitsplatzverlusten ist zum Beispiel in der Landwirtschaft, der Energieerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe sowie im verarbeitenden Gewerbe zu rechnen. Neue Arbeitsplätze kommen im Baugewerbe, bei den erneuerbaren Energien oder im Dienstleistungssektor hinzu. Wichtig ist, dass ein Gleichgewicht zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Reduktion der CO₂-Emissionen geschaffen wird. Der Fokus liegt hier auf der Umstellung auf Solarzellen oder Windkraftanlagen. Eine Umstellung mit einem Aufwand für die Gesellschaft, aber keinen großen wirtschaftlichen Kosten ⁴ .

Der Environmental Performance Index (EPI) ist ein Maßstab für die Umweltpolitik eines Landes und zeigt, dass Wirtschaftswohlstand oft mit besserer Umweltleistung korreliert. Länder wie Norwegen, Großbritannien und die Schweiz profitieren von Klimaschutzinvestitionen, die sowohl die Wirtschaft als auch die Umwelt fördern. Maßnahmen gegen den Klimawandel treiben durch neue Technologien das Wirtschaftswachstum an und schaffen Arbeitsplätze, was darauf hinweist, dass Länder nicht zwischen Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Sicherheit wählen müssen ⁴ .

Klimaschutz als integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie

Deutlich wird, dass nachhaltiges Handeln erforderlich ist - ob auf Länder- oder Wirtschaftsebene. Unternehmen, die ihren Teil zum Klimaschutz beitragen und dieses Vorgehen als unternehmerisches Risikomanagement begreifen, leisten ihren Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft und schützen sich vor möglichen Klimaschäden.

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Quellen:

¹ Neue Studie: Klimafolgen kosten bis zu 900 Milliarden - ZDFheute

² Wetterextreme: Klimawandel & Folgen - Welthungerhilfe

³ Deutscher Mittelstands-Bund (DMB) | Kompetenzbereich Energiewende (mittelstandsbund.de)

Schadet Klimaschutz dem Wirtschaftswachstum? – DW – 02.07.2021

KfW-Umfrage: Nur jede siebte Firma wappnet sich für Klimawandel | tagesschau.de

KfW-Studie: Deutsche Unternehmen geben 72,2 Milliarden Euro für Klimaschutz aus | ZEIT ONLINE

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