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ESG, CSRD, ESRS und ISO-Normen: Warum Ihre Firma jetzt handeln sollte

Warum gibt es überhaupt so viele Regularien und warum sind sie notwendig? ‍

Der Großteil der Richtlinien ist das Ergebnis für die globale Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit und verantwortungsbewussten Wirtschaften. Sie wurden von verschiedenen Institutionen und Organisationen aufgesetzt, um klare Standards zu setzen und Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsleistung zu bemessen und zu verbessern. Mithilfe der Leitlinien können Firmen ihre Umweltauswirkungen verstehen, reduzieren, soziale Verantwortung fördern, die Transparenz in der Berichterstattung erhöhen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel erkennen und minimieren. 

Die wichtigsten Nachhaltigkeitsregularien im Überblick

ESG-Rating:

ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Governance und bewertet Unternehmen anhand ihrer Nachhaltigkeitsleistung und -praktiken. Investoren und andere Interessengruppen nutzen diese Bewertungen, um die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive):

Die CSRD ist eine Richtlinie der Europäischen Union, die kapitalmarktorientierte Unternehmen ab 2025 verpflichtet, detaillierte Nachhaltigkeitsinformationen offenzulegen. Sie erweitert die bestehenden Berichtspflichten und zielt darauf ab, die Transparenz und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verbessern.

ESRS (European Sustainability Reporting Standards):

Die ESRS sind die neuen europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards, die im Rahmen der CSRD entwickelt werden. Sie legen den Umfang und die Struktur der zukünftigen Nachhaltigkeitsberichterstattung fest und bieten Unternehmen klare Leitlinien für die Offenlegung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten. Die CSRD gibt demnach die Anforderungen vor, die ESRS die Inhalte des Berichtsstandards.

ISO-Normen:

Die ISO-Normen sind international anerkannte Standards, die verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit abdecken. Die ISO 14001 standardisiert die Anforderungen an das Umweltmanagement, während die ISO 14040, ISO 14044 und ISO 14072 Richtlinien für die Bewertung von Umweltauswirkungen, die Durchführung von Ökobilanzen und die Klimawirkungsabschätzung bieten. ISO-Normen sind freiwillige Standards und haben keine rechtliche Verbindlichkeit.

GRI (Global Reporting Initiative):

Die GRI-Richtlinien sind ein weltweit anerkannter Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie helfen Unternehmen dabei, relevante Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte zu identifizieren und darüber zu berichten. Die GRI-Richtlinien können von Unternehmen weltweit angewendet werden, unabhängig von ihrer Größe und Rechtsform, und beruhen auf freiwilliger Basis.

GHG-Protocol (Greenhouse Gas Protocol):

Das GHG-Protokoll ist ein Leitfaden zur Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Es ermöglicht Unternehmen, ihre Emissionen zu quantifizieren und Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen zu ergreifen.

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme):

EMAS ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Umweltleistung zu verbessern und öffentlich darüber zu berichten. Das System ist ein EU-Regelwerk, das speziell auf Unternehmen in der EU ausgerichtet ist. Es basiert auf der ISO 14001 und geht über die Anforderungen dieser Norm hinaus.

Welche Nachhaltigkeitsstandards sind für welches Unternehmen relevant?

Bei der Wahl der geeigneten Regularien für Unternehmen ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse, Ziele und den Kontext zu berücksichtigen. Allgemeine Schritte, die bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein könnten, sind unter anderem die Definition der Unternehmensziele, die Bewertung von Stakeholder-Anforderungen, die Branche und das Durchführen einer Vergleichsanalyse der Regularien. 

Wird die Größe der Unternehmen betrachtet, lassen sich die Standards wie folgt zuordnen (nur als allgemeine Empfehlung zu betrachten, wichtiger sind die spezifischen Anforderungen der Unternehmen selbst):

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU): GRI, ISO-Normen
  • Mittlere bis große Unternehmen: CSRD, GHG-Protocol
  • Große multinationale Unternehmen: ESG-Rating, ESRS (EU)

Zu beachten ist, dass manche Regularien miteinander verknüpft sind. So ist zum Beispiel das GHG-Protocol relevant für die ESRS oder die Kombination aus ISO-Normen, zum Beispiel ISO 14001, und EMAS zu einer umfassenderen Umweltmanagementstrategie führt.

Warum Unternehmen Nachhaltigkeitsstandards berücksichtigen sollten

Die Einhaltung von Nachhaltigkeitsregularien ist ein strategischer Ansatz, der die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen verbessert, indem Umweltauswirkungen reduziert und die soziale Verantwortung gefördert wird. 

Darüber hinaus profitiert das Unternehmen selbst: von einem positiven Ruf bei Kunden und Stakeholdern, einem Vorteil auf dem Arbeitsmarkt, neue Geschäftschancen und einem erleichterten Zugang zu Kapital. Firmen, die Nachhaltigkeitsstandards erfüllen, sind besser aufgestellt, um den wandelnden gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und ein verbessertes Risikomanagement zu gewährleisten.

Zudem macht die CSRD als erste verpflichtende Richtlinie deutlich: Jetzt ist die Zeit zu handeln, denn Nachhaltigkeit ist kein vorübergehender Trend, sondern eine Notwendigkeit, der sich Unternehmen stellen müssen, um langfristig erfolgreich zu sein und eine positive Wirkung zu erzielen. 

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How-to: Nachhaltigkeit im Unternehmen